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Krankheitsbild "Lungentransplantation"

Definition

Ursachen für eine Lungentransplantation

Die Lungentransplantation ist der operative Austausch einzelner oder beider Lungenflügel gegen ein Spenderorgan. Sie ist eine etablierte Behandlungsmöglichkeit für ausgewählte Patienten mit Lungenerkrankungen in Endstadien ohne therapeutische Alternativen.

Grundsätzlich lassen sich Lungenerkrankungen in zwei verschiedene Gruppen unterscheiden: Zum einen gibt es Erkrankungen, die das Lungengewebe betreffen. Sie werden auch parenchymatöse Erkrankungen genannt. Darunter fallen z. B. die idiopathische Lungenfibrose (IPF), chronische obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), Sarkoidose aber auch die Mukoviszidose (zystische Fibrose, CF). Die zweite Gruppe beinhaltet Erkrankungen, die die Lungengefäße betreffen. Dazu gehört z. B. die pulmonale Hypertension.

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Betroffene und Symptome

Eine Lungentransplantation wird in der Regel nur dann in Betracht gezogen, wenn alle medikamentösen und chirurgischen Therapieoptionen bei Patienten ausgeschöpft sind. Ohne die Lungentransplantation wäre die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich reduziert (z. B. aufgrund ihrer chronischen Grunderkrankung wie Mukoviszidose) und ihre Lebensqualität massiv eingeschränkt.

Patienten leiden vor einer Lungentransplantation häufig bereits bei geringsten Anstrengungen unter erheblicher Luftnot und benötigen eine Sauerstoff-Langzeittherapie.

Lungentransplantationen sind grundsätzlich nicht auf bestimmte Altersgruppen begrenzt – auch bei Kindern kann ein entsprechender Eingriff durchgeführt werden. Die obere Altersgrenze liegt bei ca. 65 Jahren. Entscheidender als das Alter ist allerdings der Allgemeinzustand des Patienten und die Funktion anderer Organsysteme.

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Behandlung bei Lungentransplantation im Rahmen von Mukoviszidose

Bei Mukoviszidose-Patienten lässt sich häufig beobachten, dass die Lungenfunktion durch Verschleimung des Organs über die Zeit deutlich abnimmt. Ab einem bestimmten Krankheitsstadium ist eine Lungentransplantation die einzige Möglichkeit, den Betroffenen wieder mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

Bei Mukoviszidose-Patienten wird immer eine beidseitige Lungentransplantation durchgeführt und die Ursache ist nach der Transplantation nicht behoben. Das rührt daher, dass Mukoviszidose eine genetisch bedingte Erbkrankheit und daher nicht vollständig heilbar ist.

Daher ist es wichtig, dass auch nach einer Lungentransplantation die Basistherapie mit Inhalation, Krankengymnastik etc. konsequent weitergeführt wird. Zudem sind Mukoviszidose-Patienten meist jung und untergewichtig. Somit ist weiter schwerpunktmäßig auf die entsprechende Ernährung und generell auf Infektionsprophylaxe (Vorbeugung vor  Bakterien, Viren, Pilzen) zu achten.

Eine gute Möglichkeit, nach Lungentransplantationen Pilzinfektionen zu verhindern, ist die Inhalation des Wirkstoffs Amphotericin B über eine Dauer von ca. 12 Monaten. Hierzu wurden bereits Studien wie die des Klinikum LMU Großhadern veröffentlicht, die die Wirksamkeit bestätigen. Im Rahmen des umfassenden Versorgungskonzeptes unterstützt APOSAN Patienten vor und nach der Lungentransplantation und bei der Behandlung mit Amphotericin B. Erfahren Sie hier mehr.

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Ernährung bei Lungentransplantation

Vor einer Lungentransplantation, insbesondere bei Mukoviszidose-Patienten, geht es häufig darum, eine ausreichende Kalorien- und Nährstoffzufuhr sicherzustellen. Nach der Transplantation ist es hingegen wichtig, einen keimreduzierten Ernährungsplan aufzustellen. Durch die immunsupprimierenden Medikamente (sie verhindern die Funktion des Immunsystems) können sonst harmlose Keime gefährlich werden. Daher wird die Nahrung auch erhitzt und damit ein Großteil der Keime abgetötet.

Doch was bedeutet “keimreduzierte Ernährung” im Detail? Alles beginnt mit dem Einkauf: Frisches Obst und Gemüse sollten keine Druckstellen und Verletzungen aufweisen, abgepackte Lebensmittel ein möglichst langes Mindesthaltbarkeitsdatum haben. In den ersten Wochen und Monaten (nach Rücksprache mit dem Arzt) sollten einige Lebensmittel tatsächlich nicht verzehrt werden. Dazu gehören neben rohem Fisch, rohem Fleisch und rohen Eiern auch Nüsse (hohe, nicht sichtbare Schimmelpilzbelastung), Rohmilchkäse, Schimmelkäse und nicht pasteurisierte Milch.

Durchgebratener Fisch, Fleisch und Eierprodukte, die über 65°C erhitzt wurden, können gegessen werden. Aufschnitt sollte nur abgepackt gekauft werden, nicht an der Frischetheke. Wurst und Schinken aus gekochtem Fleisch kann weiterhin verzehrt werden, auf rohen Schinken, Salami und ähnliches sollte aufgrund des rohen Fleisches erstmal verzichtet werden.

Bei Obst und Gemüse sollten nur schälbare Sorten zum rohen Verzehr gewählt werden, ansonsten gekochte Rezepturen. Grapefruit sollte komplett vom Speiseplan gestrichen werden, da sie die Wirkung einiger Wirkstoffe hemmen. Bei Außer-Haus-Verzehr sollte darauf geachtet werden, nur gekochte Speisen zu sich zu nehmen – möglichst frisch zubereitet (Verzicht z. B. auf belegte Brötchen oder Speisen mit vorgeschnittenem Gemüse).

Senf und Ketchup, Honig, Konfitüren und Gelees dürfen nur als Portionstütchen verwendet werden. Gleiches gilt für Streichfett (Butter, Margarine). Wichtig ist darüber hinaus, dass die Einzelportionen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Süßigkeiten müssen einzeln abgepackt sein. Lebensmittel sollten möglichst nicht von anderen Personen berührt werden.

Nachfolgend haben wir Ihnen zwei Quellen mit ausführlichen Informationen zur Ernährung nach einer Lungentransplantation zusammengestellt:

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Praxistipps für Betroffene

Steht eine Lungentransplantation z. B. im Rahmen einer Mukoviszidose-Erkrankung an, sollten bereits vorab die richtigen Bedingungen geschaffen werden, um späterer Infektionsgefahr vorzubeugen. Hierzu haben wir Ihnen einige Praxistipps zusammengestellt.

Praxistipp 1: Wohnumgebung vorbereiten

Schimmelpilz- und Keim-Konzentrationen sollten in der direkten Wohnumgebung unbedingt vermieden werden. Entfernen Sie daher Blumenerde im Wohnbereich, achten Sie darauf, dass es keine Schimmelstellen in Ihrer Wohnung gibt, Luftbefeuchter, Zimmerbrunnen und Aquarien sollten ebenfalls eliminiert werden.

Praxistipp 2: Heimwerkern nur mit Mundschutz

Wenn Sie handwerkliche Arbeiten ausführen, achten Sie darauf, dass Sie immer einen Mundschutz tragen. Zum Beispiel beim Bohren, bei der Bearbeitung von Holz, aber auch beim Rasenmähen und anderer Gartenarbeit.

Praxistipp 3: Abstand zu (Haus)Tieren

Auch (Haus)Tiere können Keimquellen sein. Daher sollten Sie dafür sorgen, dass Vögel oder Nagetiere nicht im Wohnbereich zugegen sind. Pferdeställe sollten komplett vermieden werden.

Praxistipp 4: Infektionsherde vermeiden

Der beste Weg, möglichen Infektionen vorzubeugen, ist bestimmte Orte zu meiden. Dazu gehören Hallenbäder, Saunen und Spa-Bereiche, größere Menschenmassen z. B. in Einkaufszentren und öffentliche Verkehrsmittel. Gerade in Krankheits-Hochzeiten wie der Grippewelle sollten Sie besonders darauf achten. Vermeiden Sie außerdem immer den Kontakt mit kranken oder erkälteten Personen. Des Weiteren sollten sie von Piercings, Permanent-Make-ups oder Tattoos absehen.

Praxistipp 5: Hinweise zu Impfungen beachten

Im ersten Jahr nach der Lungentransplantation sollten Sie sich nicht impfen lassen. Danach sind regelmäßige Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, sowie Tetanus/Diphtherie empfohlen. Wichtig: Mit Lebendimpfstoffen wie Masern, Mumps oder Röteln sollten sie sich auch nach den ersten 12 Monaten nicht impfen lassen. Leben Sie mit mehreren Personen im Haushalt zusammen, so sollten sich alle gegen Grippe impfen lassen.

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Weiterführende Informationen

Das APOSAN Konzept

Wir bieten Patienten vor und nach einer Lungentransplantation eine selbstbestimmte, umfassende Versorgung für zuhause. Erfahren Sie mehr über die Bestandteile des APOSAN Konzeptes. 

Lungentransplantation

Patienten, deren Lungen transplantiert werden, benötigen unter anderem medikamentöse Unterstützung zur Vorbeugung vor Keimbelastungen und Infektionen. APOSAN hat sich in diesem Bereich auf die Versorgung mit dem Wirkstoff Amphotericin B per Inhalationstherapie spezialisiert. Erfahren mehr darüber, wie wir Patienten mit im Rahmen der Lungentransplantation unterstützen.